Donnerstag, 2. Januar 2014

Berlin2.

Berlin.
Es war wie immer.
Bunt, schnell, laut, verrückt.
Und wir wie immer ein Teil davon.
Mit Aktionen, die sogar die Berliner zum Schmunzeln veranlassten.
Und das soll was heißen!


Es gab wie immer schöne Momente...
der Abendhimmel bei unserer Ankunft...


 

Shoppen und aussergewöhnliche Dinge im Mauerpark entdecken...
 

 



Kultur erleben... 



Gut Essen und durch die Kneipen ziehen in Kreuzberg...


 

Und ja, auch einfach mal was total Verrücktes machen.

All das geht in dieser wunderbaren Stadt!

Ich komme wieder, denn es ist nicht nur ein Spruch:
"Berlin ist immer eine Reise wert!"

Dienstag, 10. Dezember 2013

Straßen des Lebens.




'Siehst du, Momo', sagte er [Beppo Straßenkehrer] dann zum Beispiel, 'es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. 
Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.'
Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: 
Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. 
Jedesmal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. 
Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst zu tun und zum Schluss ist man ganz außer Atem und kann nicht mehr. 
Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.' 

 Gerade Straße wallpapers
 
Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: 'Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? 
Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten.'
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: '
Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. 
Und so soll es sein.'
Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: 
'Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. 
Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Atem.' Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: 
'Das ist wichtig!' 
[Michael Ende, "Momo"]

Das, was die Figur aus der Momo-Geschichte dort sagt, kennt wohl jeder. 
Das aufsteigende Panikgefühl vor anstehenden Aufgaben.
Das Überfordertsein.
Das Von-Tag-zu-Tag-gestresster Werden, wenn man wieder einmal viel zu wenig Zeit für alles hat.
 Und wieder einmal ist es die Zeit, die einem hier teuflisch durch die Finger zu rinnen scheint.



Doch es geht auch ganz anders.
Das Gefühl, dass am Ende der Strasse etwas auf dich wartet.
Bedrohend.
Dunkel.
Unausweichlich.

 

Dann kann die Strasse noch so lang sein, irgendwann wirst du an ihr Ende gelangen.
Und wenn die Reise auf der Strasse auch noch so schön ist, du weisst, dass sie enden wird.
Vorerst.
Und dann ist da irgendwie noch das Gefühl, dass es vielleicht kein Ende sein muss.
Sondern dass die Strasse an eine Gabelung trifft, an der man sich für einen Weg entscheiden muss.
Und diese Entscheidung dein Leben verändern kann.


  

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Momo.

Momo ist so viel mehr als nur ein Kinderbuch.
Klar, fast jeder kennt die Geschichte aus seiner Kindheit.
Nur ich nicht.
Vor ungefähr einem Jahr fiel mir dann das alte Kinderbuch meiner Mutter in die Hände.
Ich begann zu lesen und hörte nicht wieder auf.
In einem Zug habe ich das Buch durchgelesen.
Es hat mich einfach verzaubert, irgendwie gepackt.

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Diese Geschichte, so kindgerecht und doch hochphilosophisch.
Eine wunderbare Geschichte eines kleinen Mädchen, das den Menschen ihre gestohlene Lebenszeit zurückbringt, welche ihnen von den Grauen Herren der Zeitsparkasse gestohlen wurde. 
Ein Mädchen, das gegen jede Konvention handelt und denkt. 
Das im frühen Alter verstanden hat, was das Wichtige im Leben ist.

Eines der Hauptthemen dieses Buches ist das Thema der Zeit. 


Ein Rätsel, das nachdenkliche Kinder und Erwachsene, die noch nicht verlernt haben, sich über das scheinbar Selbstverständliche zu wundern, gleichermaßen beschäftigen kann.
Momos Geschichte ist in jenem Reich der Phantasie angesiedelt, das im Nie und Nirgends liegt oder auch in einer zeitlosen Gegenwart.

Doch nicht von Fabelwesen aus fernen Galaxien ist die Rede, ihre Bildsprache ist ganz und gar unserem gegenwärtigen Leben entnommen, ihre Welt ist die einer heutigen Großstadt.
Gänzlich nah dran an uns.
 Und es erweist sich, dass unsere moderne Welt nicht ärmer an Wundern und Geheimnissen ist, als die vergangener Zeiten, wenn man sie mit den Augen Momos  und ihrer Freunde anschaut...

Neben der wirklich schön geschriebenen Geschichte glänzt das Buch aber auch durch wirklich tiefgreifende Zitate, die mich sehr zum Nachdenken angeregt haben.

 
"Du weißt ja, dass sie von der Lebenszeit der Menschen existieren. Aber diese Zeit stirbt buchstäblich, wenn sie von ihrem wahren Eigentümer losgerissen wird. Denn jeder Mensch hat seine Zeit. Und nur so lang sie wirklich nur die seine ist, bleibt sie lebendig."

 Zeit,Zeitforscher,Karlheinz Geißler,Stress,Burnout,Zeitdruck

"Denn so wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen und Ohren um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben."

Ein literarisches Plädoyer für uns Menschen, die im Stress des Alltags oft die wichtigen Dinge vergessen und aus den Augen verlieren.
Sich Zeit zu nehmen.
Für ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn.
Für ein tröstendes Wort zur Freundin.
Für ein Lächeln für den Fremden traurigen Mann auf der Strasse.
Fürs Zuhören.
Fürs Dasein.

 

Denn wenn wir denken, wir können uns für diese Dinge die Zeit nicht nehmen und sie lieber sparen, bleibt am Ende des Tages immer die Frage:
Wofür eigentlich?
 

Freitag, 22. November 2013

Leben.

Zuerst ist da vielleicht dieser Wunsch, einmal etwas völlig Neues zu erfahren. Eine unbestimmte Sehnsucht.
Und das Gefühl: Das kann einfach nicht alles sein.
Carl Rogers, ein amerikanischer Psychologe, sagte einst den simplen Satz:
„Der Mensch ist gut!“
Er war davon überzeugt, dass jeder von uns über ein großes Potential verfügt, das uns dazu befähigt, uns selbst zu entfalten. 

 

Warum also fällt es den meisten von uns so schwer, uns selbst als „gut“ zu sehen und ein gutes Bild von uns zu haben? Vielleicht weil wir uns zu stark auf unsere vermeintlichen Schwächen konzentrieren...und weil wir uns selbst blockieren.

Jeder von uns hat seine eigene Lebensphilosophie – eine entscheidende Rolle spielen dabei unsere Einstellungen zu Liebe, Geld, Arbeit, Beziehungen, Erfolg und Glück. 
Vieles haben wir von anderen unreflektiert übernommen. 
Und doch ist eine ständige Überprüfung dieser Einstellungen so wichtig.




Ändere deine Einstellungen, und du änderst dein Leben – das hört sich simpel und logisch an. 
Ist es auch. 
Und dennoch alles andere als einfach. Denn oft liegt es nicht daran, dass wir eine mangelnde Bereitschaft haben, etwas zu ändern. Sondern daran, dass wir nicht wissen, was unsere wahren Bedürfnisse sind. 
Denn diese liegen oft nicht an der Oberfläche. Doch sie sind das Fundament unserer Identität. Sie machen uns aus... und für sie müssen wir die Kraft zur Veränderung aufbringen.

Es geht darum, das Drehbuch unseres Lebens neu zu schreiben. Alles das, was wir auf der Leinwand des Lebens sehen, was uns nicht mehr gefällt, muss fortan nicht mehr gesendet werden. 
Wir können unser Leben umschreiben. 
Denn niemand ausser uns selbst ist dazu in der Lage, das Buch der Regie neu aufzuschlagen und den Stift selbst in die Hand zu nehmen. Denn der Glaube an die eigene Geschichte des Lebens und an uns selbst hat rein gar nichts mit Egoismus zu tun. 

Und es kam der Tag, da das Risiko, in der Knospe zu verharren, schmerzlicher wurde, als das Risiko, zu blühen.
[Anais Nin] 

http://cimddwc.net/wp-content/uploads/2009/08/kalanchoe1.jpg

Wir müssen zu dem inneren unverletzlichen Kern unserer Persönlichkeit vordringen. 
Denn dort sind wir in Sicherheit. 
Eine Sicherheit, die uns niemand mehr nehmen kann. 
Denn sie ist unabhängig von materiellen Dingen und allen anderen äußeren Faktoren.
Sie basiert einzig auf dem Vertrauen zu uns selbst.

Samstag, 16. November 2013

Humor.

Unverzichtbar und lebensbereichernd.
Dass mein Humor sehr speziell ist, das habe ich schon oft gehört.
Ich kann ganze Abende damit füllen, über absoluten Nonsens zu debattieren.

Humor ist für mich der Normalität und Strukturiertheit des Alltags eine Note der Absurdität hinzuzufügen.

Gedankenspiele.
Neologismen.

Es gibt nicht viele Künstler oder Autoren, denen ich einen guten Humor zusprechen würde.

Aber wenn ich jemanden für seine Art zu schreiben und seinen Witz bewundere, dann ist es Max Goldt.

 http://www.dasrind.de/press/0704/070413_maxgoldt.jpg

Um sich einen kleinen Eindruck dieses Autors zu verschaffen, reicht es allein, die Titel seiner Werke zu lesen:

Mein äußerst schwer erziehbarer schwuler Schwager aus der Schweiz.
Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau.
Ein gelbes Plastikthermometer in Form eines roten Plastikfisches.
Koksen um die Mäuse zu vergessen.
Nackt in einem Märchenschloß voll wirklich schlechter Menschen.


Man mag es vielleicht nicht glauben, aber im Laufe des Lesens stellt man dann immer wieder fest, dass die Titel doch Sinn machen.
Wieder ein Punkt, den ich an Goldt so mag: 
Innerhalb der Absurdität findet sich immer doch ein rationales Konstrukt.

Doch nicht nur die Bücher sind absolut lesenswert, sondern auch live hat Max Goldt einiges zu bieten.
Ja ich kann ehrlich sagen, ich habe selten so sehr gelacht, wie an dem Abend einer seiner Lesungen in Dortmund letztes Jahr.

Hier ein paar Zitate, um sich einen Eindruck zu verschaffen:
„Die Seele ist eine widerliche alte Pottsau. Man sollte sie einsperren, aber sie ist schon eingesperrt, und zwar in den Körper, und weil sie darunter leidet, drangsaliert sie den Körper mit Zuständen. Oder: Seele und Körper treffen sich abends im Rotlichtmilieu und denken sich Hautkrankheiten und ähnliche Irritationen aus.“

Absolut Hörenswert!!!
http://www.youtube.com/watch?v=Sz3Z6k54qho

Es gibt kein besseres Rezept für mich gegen schlechte Laune...ein kurzes Kapitel gelesen oder ein Video von ihm angesehen und schon ist das Leben wieder ein bisschen bunter.
Und dem Alltag ist wieder ein Stück seiner Strenge genommen worden...

Danke an Max Goldt!

Dienstag, 12. November 2013

Begeisterung.

Es ist wie eine Gabe.
Sich wie ein Kind für etwas begeistern zu können.
Sich von etwas so fesseln zu lassen, dass man alles um sich herum vergisst.
Dass man für einen kleinen Moment nur im Hier und Jetzt ist,
den Alltag und seine Probleme hinter sich lässt.

Nicht umsonst sagt Christian Morgenstern in einem sehr treffenden Zitat, dass Enthusiasmus das schönste Wort der Welt sei.

Ich habe viele Dinge, für die ich mich begeistern kann.
Die mich fesseln und faszinieren, die mir die Schönheit des Lebens zeigen und die mich immer wieder einen Moment aus dem Alltag reissen können.

Und mir reichen oft schon die kleinen Dinge, um mich in einen Zustand der absoluten Begeisterung zu versetzen.
Eine Eigenschaft, die ich an mir nicht missen möchte...




 



Ohne Begeisterung schlafen die besten Kräfte unseres Gemütes. Es ist ein Zunder in uns, der Funken will.
[Johann Gottfried von Herder]

Sonntag, 3. November 2013

Alleinsein.


Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich eins absolut nicht konnte: allein zu sein.
In dieser Phase habe ich mich von einem Menschen getrennt, der sehr lange Teil meines Lebens gewesen ist. 
Danach war ich zwar frei von vielen Problemen, die diese Beziehung mit sich brachte, aber auch allein. 
Und das war furchtbar für mich. Klar hatte ich zu dieser Zeit auch meine Familie und meine Freunde, aber irgendwann kommt man immer an einen Punkt, an dem man mit sich allein ist.
Ich habe alles versucht: Fernsehen laut anmachen, immer für eine Geräuschkulisse gesorgt. Doch es half nicht. Irgendwann meldet sich die innere Stimme dann doch. Und zwar sehr intensiv. 

http://static.twoday.net/nummer3/images/innere-stimme2.jpg
[http://static.twoday.net/nummer3/images/innere-stimme2.jpg]

Raus aus der Wohnung, spazieren gehen und ablenken. Auch das half nur bedingt.
Mit meinem Umzug in eine WG endete diese Phase dann.

…..

Viel hat sich seitdem geändert.
Ich habe gelernt, dass man diesen Zustand des Alleinseins nutzen kann.
Für sich.

 

Weil nur wenn man es schafft, mit sich allein zufrieden zu sein, sich selbst auszuhalten und der eigenen Stimme standzuhalten, können dies auch andere Menschen.
Es gibt einen Zeitpunkt im Leben, da muss man dieser Angst vor dem Alleinsein direkt ins Gesicht gucken. 
Sie annehmen und sie zulassen. 
Denn unterdrücken lässt sie sich sowieso nicht.

Und hat man diesen Zustand zugelassen, dann merkt man, wie wenig einem die Einsamkeit anhaben kann, wenn man stark ist.
Wie frei man wird, weil man plötzlich merkt, wie wichtig diese innere Stimme auch sein kann. Denn sie spricht die Dinge aus, die vielleicht manchmal unangenehm sind, aber sie ist und bleibt die wichtigste Richtschnur des eigenen Lebens. 
Und gerade deswegen ist es so wichtig, auf diese Stimme zu hören und nicht vor ihr wegzulaufen.
Denn wer sonst soll einem denn sagen, was einen glücklich macht, wenn nicht die eigene innere Stimme?


Um genau diese Stimme immer wieder zu Wort kommen zu lassen, suche ich mir Phasen, in denen ich allein sein kann. 
Dazu reicht manchmal ein kurzer Spaziergang, eine Runde Joggen durch den Wald, ein Abend nur mit sich allein oder eine lange Autofahrt. 



Seitdem ich gelernt habe, das Alleinsein zu schätzen und zu pflegen, hat sich auch meine Beziehung zu anderen Menschen positiv verändert.
Denn Menschen lieben Menschen, die sich selbst lieben. 
Und man selbst kann man nur lieben, wenn man es auch mal eine zeitlang alleine mit sich aushält!

"Lege Wert auf gute Gesellschaft, auch wenn du allein bist!"
[Spruch aus Ungarn]