Dienstag, 29. Oktober 2013

Himmel.

Es gibt Dinge, an denen werde ich mich niemals sattsehen können.
Dazu gehört der Himmel.
Immer dann, wenn ich eine Zeit in Ostfriesland verbringe, erwische ich mich sehr oft dabei, wie ich einfach nur dastehe und in den Himmel schaue.

 

Ich kann morgens noch so müde sein, sobald ich einen solchen Morgenhimmel zu sehen bekomme, bin ich schlagartig wach. 
Ein paar Minuten inne halten...
...einen bewussten Moment der Ruhe genießen...
 ...den Himmel ansehen, sich für den Tag sammeln...
...es gibt für mich absolut keine bessere Art und Weise, in den Tag zu starten.

Was mich am Himmel am meisten begeistert, ist, dass er nie gleich ist.
Er kann sich innerhalb von Minuten ändern und eine gänzlich andere Seite von sich preisgeben.
Von grau über weiss bis blau und hin zu rot und manchmal sogar alle Farben irgendwie gleichzeitig. 


 




Und ich kann noch so fertig und abgeschlagen vom Tag sein, wenn ich abends in den Himmel sehe, und erkenne, wie es langsam dunkel wird...
das zählt für mich mit zu den schönsten Momenten des Tages.




Und dann auf dem Rücken zu liegen und die Sterne zu beobachten...
Einfach dazuliegen und zu staunen. Sich irgendwie klein und dennoch dem Ganzen so nah zu fühlen.
Selten habe ich mich so unglaublich wohl und glücklich gefühlt!

Ich finde, dass man sich für den Himmel immer Zeit nehmen sollte.
Denn er schenkt einem die Momente am Tag, aus denen man Kraft, Ruhe und Inspiration schöpft.




Und all diese wunderbaren Himmelsbilder durfte ich in meiner letzten Woche in Ostfriesland bestaunen.



Nein, am Himmel werde ich mich niemals sattsehen...

 "Wenn man den Sternenhimmel betrachtet, steht eine Schönheit vor uns auf, die uns entzückt und beseligt. 
Und es wird ein Gefühl in unsere Seele kommen, das alle unsere Leiden und Bekümmernisse majestätisch überhüllt und verstummen macht und uns eine Größe und Ruhe gibt, der man sich andächtig und dankbar beugt."
[Adalbert Stifter]

Montag, 14. Oktober 2013

Kind bleiben.

Wie gut konnte ich als Kind Pipi Langstrumpf verstehen, als sie sich krampfhaft dagegen wehren wollte, erwachsen zu werden. 
Viel lieber wollte sie für immer Kind bleiben.

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Endlos lange Spaß haben.
Unsinn machen.
Verrückt sein.
Abenteuer mit Freunden erleben.

Für mich gibt es nichts Wichtigeres, als den Blick dafür nicht zu verlieren. 
Natürlich muss man in der Welt der Erwachsenen ankommen. 
Sich den Verpflichtungen des Lebens stellen.
Verantwortung übernehmen.
Geld verdienen.
Den Alltag meistern.

Doch die Kunst liegt darin, sich das innere Kind zu bewahren.
Und über all diesem nicht zu vergessen, wie unbeschwert und frei man sich als Kind fühlte, darin besteht für mich die Kunst des Lebens. 

 Wer nicht das Kind in sich bewahrt,
wird auch den Erwachsenen in sich nicht finden.


Und wenn man dann noch wie ich das Glück hat, dass man diese Kunst gemeinsam mit seinen Freunden ausleben darf, dann ist man unendlich reich beschenkt. 




Mittwoch, 9. Oktober 2013

Warten.

Die im Leben und in der Liebe wirklich glücklichen Menschen sind solche, die gezielt warten können.
Nur wenige verstehen es, zu warten oder sich in Geduld zu üben. Doch Warten stellt eine große Kraft dar, die uns viel Gutes bringt.

 

Wir bekommen nicht immer das, was wir wollen, zu dem Zeitpunkt, an dem wir es wollen.
Aus mancherlei Gründen ist das, was wir gerne tun, haben, sein oder erreichen würden, zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht greifbar.
Das bedeutet aber nicht, dass wir es in Zukunft nicht haben können. Warten ist keine vergeudete Zeit.
Sicher gibt es viele Dinge, die man sich für die Zukunft wünscht. Aber wir verbringen unsere Zeit nicht damit, krampfhaft auf sie zu warten. 
Macht aus dieser Wartezeit lieber wertvolle Lebenszeit!
http://www.trooyst.de/wp-content/uploads/2013/09/wir-warten-Augsburg-Street-Photography-600x674.jpg
[Quelle: trooyst.de]

Zudem müssen wir unser Leben während des Wartens nicht auf ein Minimum reduzieren. Sondern wir können unser Leben auf das Ausrichten, was im Hier und Jetzt vorhanden ist.
Auf die Dinge, die uns glücklich machen.
Richtet man sein Leben nur auf die Zukunft aus, dann verlernt man, die aktuellen Dinge zu sehen.
Man verlernt zu leben.
Dabei ist es so wichtig, das Hier und Jetzt zu schätzen.
Denn es passieren so viele wunderbare Sachen, für die es sich lohnt, hinzuschauen.
Präsent zu sein.
Jeden Moment so zu genießen, wie er sich einem darbietet.
Und vor allem nicht darauf zu warten, dass das Leben, wenn dieser oder jener Fall eintritt, dann wieder lebenswert wird.
Denn dieser Fall wird nicht eintreffen. Das Leben lässt sich nicht planen.
Und das ist auch gut so.
Denn so überrascht es einen und das jeden Tag aufs Neue!

Freitag, 4. Oktober 2013

Freunde.

Man kann für so vieles im Leben dankbar sein.
Für eine Familie, die für einen da ist.
Für den richtigen Beruf, in dem man aufgeht.
Für ein Hobby, das einen erfüllt und belebt.

Aber etwas, für das ich zur Zeit am dankbarsten bin, sind meine Freunde.

Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude.
[Epikur von Samos]




Was ein unglaublich großes Glück, dass ich zur Zeit dieses schönste aller Gefühle erleben darf.
Wie wunderbar es ist, wenn man spürt, dass man einfach zusammen passt. Und dass jeder noch so kleine Moment plötzlich so bedeutend werden kann. Einfach, weil man Zeit miteinander verbringt.
WIR schaffen es, aus der lahmsten Party das Beste herauszuholen.
WIR haben zusammen so unglaublich viel Spaß, dass mir oft vom Lachen das Gesicht weh tut.
WIR schaffen es, einen üblen Arbeitstag durch verrückte Aktionen bunt zu färben.
WIR haben zusammen eine solche Energie, dass es mich oft einfach nur umhaut.

Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam noch Großes erleben werden!
Und ich freue mich auf jede einzelne Sekunde unserer Zeit.




Danke, dass es euch gibt und dass ihr mein Leben so bereichert.


Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden
[Carl Spitteler]


Donnerstag, 26. September 2013

Sehnsucht.

Ich stehe eigentlich nicht auf Liebeslieder.
So gar nicht.
Aber es gibt das ein oder andere Lied, da werde ich ein wenig sentimental.

Und das Lied, welches ich mit meiner ersten großen Liebe verbinde, ist das Lied „Land unter“ von Herbert Grönemeyer.
Ich liebe den Text und den melancholischen Unterton.
Die Aussage und vor allem, dass kein Lied das Thema Sehnsucht besser beschreibt als dieses.
Immer, wenn ich dieses Lied höre, fühle ich mich genauso wie damals.
Das ist etwas was nur Musik schafft.
Emotionen zu wecken, von denen man glaubt, sie seien längst vergessen.
Um dann doch bei den ersten Takten des Liedes zu merken:
Es fühlt sich genau so an wie damals...

Der Wind steht schief - Die Luft aus Eis
Die Möwen kreischen stur - Elemente duellieren sich
Du hältst mich auf Kurs
Hab keine Angst vor'm Untergehn - Gischt schlägt ins Gesicht
Kämpf mich durch zum Horizont - Denn dort treff ich dich
Geleite mich heim - Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort - Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann - Steig zu mir an Bord
Übernimm die Wacht - Bring mich durch die Nacht
Rette mich durch den Sturm - Faß mich ganz fest an
Daß ich mich halten kann - Bring mich zum Ende
Laß mich nicht mehr los - Der Himmel heult
Die See geht hoch - Wellen wehren dich
Stürzen mich von Tal zu Tal - Die Gewalten gegen mich
Bist so ozeanweit entfernt - Regen peitscht von vorn
Und ist's auch sinnlos - soll's nicht sein
Ich geb dich nie verlorn
Geleite mich heim - Rauhe Endlosigkeit
Bist zu lange fort - Mach die Feuer an
Damit ich dich finden kann - steig zu mir an bord
Übernimm die Wacht - Bring mich durch die Nacht
Rette mich im Sturm - Faß mich ganz fest an
Daß ich mich halten kann - Bring mich zum Ende
Laß mich nicht mehr los - Geleite mich heim
Rauhe Endlosigkeit - Bist zu lange fort
Mach die Feuer an - Damit ich dich finden kann
steig zu mir an bord - Übernimm die Wacht
Bring mich durch die Nacht - Rette mich im Sturm
Faß mich ganz fest an - Daß ich mich halten kann
Bring mich zum Ende - Laß mich nicht mehr los
Bring mich zum Ende - Laß mich nicht wieder los

http://www.fotos.sc/img2/u/klapeg/h/Meer_Wellen_Sturm_Wolken.jpg


Und wer sagt eigentlich, dass Sehnsucht immer ein schlechtes Gefühl sein muss?!


Des Menschen Herz kann am glücklichsten sein, wenn es sich so recht sehnt.
[Wilhelm Raabe] 

Mittwoch, 25. September 2013

Heilung.

Manchmal müssen wir erst eine Wunde schaffen, um zu heilen.
Warum ist das so?
Warum merken so viele Menschen erst spät, dass in ihrem Leben etwas nicht stimmt? 
Und wieder andere merken es gar nicht? 
Und wieder andere merken es, und können nichts dagegen tun, weil sie nicht wissen, wie sie es angehen sollen?

Genau so habe ich mich lange Zeit gefühlt.
Eine Zeit der völligen Verwirrung.

http://hypedefender.de/wp-content/uploads/2012/07/misfit_by_agnes_cecile-d4uzk4k.jpg
[Quelle:hypedefender.de]

Ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmt. 
Jeden Tag.
Mal mehr und mal weniger.
Je nach dem, wie gut ich die Stimmen in mir im Zaum halten konnte.
Bis es dann irgendwann nicht mehr ging.
Bis das, was da in mir brodelte, zu groß wurde, um es zu unterdrücken.
Bis ich keine Kraft mehr hatte, es nicht zu hören.

Es ist aus meiner jetzigen neuen Perspektive immer noch schwer, zurückzublicken.
 Auf eine Zeit des absoluten Chaos. 
http://hypedefender.de/wp-content/uploads/2012/07/rituale_necessario_by_agnes_cecile-d56fsyf.jpg
[Quelle: hypedefender.de]
Der Trauer und der Wut und der Angst, der Perspektivlosigkeit, der falschen Leute um mich herum und mit dem Blick für das Falsche im Leben.
Doch dann, eines Tages passierte es: Es entstand eine Wunde. 
Alles musste raus. 
Irgendwie.

Und dafür bin ich sehr dankbar. 
Denn ohne diese Wunde hätte es niemals eine Heilung geben können. Sicher, es wäre leichter gewesen, wenn ich all das früher bemerkt hätte. 
Und doch bin ich dankbar für alles. 
Für diesen Prozess und mein jetziges Leben.

Es heisst auch, dass man erst die Orientierung verlieren muss, um den richtigen Weg zu sehen.

http://4p2p.files.wordpress.com/2010/03/kreuzung.jpg

 Und dieser neue Weg ist so unendlich spannend zu gehen. 
Das Ziel, wohin er führt, ist mir selber noch gar nicht klar. 
Aber das ist auch nicht so wichtig. Denn ich genieße jeden Tag und jeden einzelnen Schritt den ich gehe. 
Denn ich gehe ihn nicht alleine. Ich habe das Glück, so viele Menschen um mich herum zu haben, die diesen Weg mit mir gehen. Die mich aber auch immer wieder ein Stück alleine lassen. So viele alte Freunde, die bei mir sind. 
Und in letzter Zeit auch eine große Gruppe an neuen Menschen um mich herum. 
Die mir so viel geben und denen auch ich so viel geben kann.
Und immer erwische ich mich dabei, wie ich irgendwo sitze und den Kopf schütteln muss, weil ich denke:
Wie unglaublich schön kann das Leben eigentlich sein?!

 

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Sonntag, 22. September 2013

Fernsehen.


Wie lange genau habe ich nun schon kein Fernsehen mehr geguckt?
Ein gutes Jahr lang bestimmt.
Und ich muss sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung gewesen ist – die Entscheidung gegen den Fernseher.
 
Klar, einen guten Film oder eine Serie gucke auch ich sehr gerne. Aber was ich definitiv nicht mehr brauche, ist das, was uns die Medien als Unterhaltungsprogramm verkaufen wollen.
Ehrlich? Wer braucht schon schlecht recherchierte pseudo-wissenschaftliche Sendungen wie Galileo oder Unterhaltungsshows, in denen es nur darum geht, wie sich Z-Prominente zum Affen machen.
 
Es gab eine Phase in meinem Leben, da habe ich viel Fernsehen geschaut. Sehr viel. Und das jeden Abend. Erst wenn ich wusste, mit welcher Serie oder mit welchem Film ich den Abend verbringen konnte, war ich beruhigt. Und gefunden habe ich immer etwas. Dass das pure Zeitverschwendung gewesen ist, habe ich nicht bemerkt.
Aufgewacht bin ich unter anderem durch den Film „Free Rainer“ von Hans Weingartner. Dieser Film ist eine humorvolle und spannende Utopie über einen jungen Fernsehmanager, der durch die Manipulation der Einschaltquoten eine TV-Revolution auslöst. Er zeigt, wie Medien Menschen manipulieren können und vor allem: wie absurd einem die Medienwelt auf einmal erscheint, wenn man das raffinierte System von Einschaltquoten, Volksverdummung und Geldgier durchschaut hat.



Mein Fazit:
Mir geht es ohne Fernsehen viel besser, meine Zeit ist nun selbstbestimmt und nicht geregelt durch Werbepausen. Und  auf das, was uns als Unterhaltung geboten wird, kann ich auch in Zukunft gut und gerne verzichten.